Mittwoch, 12. August 2009

"Glasknochen"-Gen bei Dackeln entdeckt

Haustierforschung statt Tierversuche - Genetiker der Universität Bern haben eine Genmutation gefunden, die bei Dackeln zur Glasknochenkrankheit führt. Diese schwere Erbkrankheit weist bei Dackeln und Menschen ähnliche klinische Symptome auf. Daher könnten Mutationen im betreffenden Gen auch beim Menschen für die Glasknochenkrankheit verantwortlich sein.
Die Glasknochenkrankheit tritt als Erbkrankheit bei Menschen und Hunden auf. Sie äußert sich durch extrem zerbrechliche Knochen und Zähne. Sowohl beim Menschen als auch beim Hund wird sie hauptsächlich durch Schäden an zwei Genen verursacht, die für die Herstellung von Kollagen verantwortlich sind. Kollagen ist das häufigste Protein im menschlichen und tierischen Körper und verleiht den Knochen ihre Elastizität. Nun wurde bei Dackeln ein weiteres Gen identifiziert, welches für die korrekte Bildung von Kollagen benötigt wird. Ein Defekt dieses Gens führt bei den Tieren zur Glasknochenkrankheit.
Die besonderen Familienstrukturen von Rassehunden mit großen Würfen und präzise dokumentierten Verwandtschaftsverhältnissen über viele Generationen erleichtern die Suche nach krankheitsauslösenden Mutationen. Die Resultate sind ein eindrückliches Beispiel, wie die Forschung an Haustieren - ohne belastende Tierversuche - wichtige Erkenntnisse zum Wohle von Menschen und Tieren liefern kann.


Mehr zum Thema: bionity.com

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